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Ans Licht gebracht, verschleppt, gezeichnet,
vermessen, kopiert, verändert, gefälscht,
zerstört ... : antike Hinterlassenschaften
hatten seit ihrer Entdeckung in Mittelalter und
Renaissance ganz verschiedene Schicksale. Auch der
Zugang der Renaissance-Künstler war
zunächst einmal alles andere als systematisch.
Nachdem die Antiken als solche erkannt und damit
einer vorbildhaften Kultur erfolgreich zugeordnet
waren, begann in der Auseinandersetzung mit ihnen ein
kreativer Prozeß, der mit dem Begriff der
„Nachahmung“ allein nur unzureichend
beschrieben ist. Das vorrangige Interesse der Epoche
lag nicht in der exakten Übertragung in die
eigene Zeit – dies gilt selbst für die
späteren Klassizismen nur in
eingeschränktem Sinne – , sondern in der
Aufdeckung von Normen und Regeln für das eigene
Kunstschaffen. Die Kunst der Renaissance trat in den
Wettstreit, den paragone mit der Antike. Im
Zentrum der Beobachtungen standen vor allem die
Skulpturen und Bauwerke der Stadt Rom, aber auch
andernorts wurden Antiken immer zahlreicher zutage
gefördert. Dies alles hielten die Künstler
in Zeichnungen, Detailstudien und Ansichten fest,
während es Antiquare beschrieben und bereits
archäologisch erforschten.
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