Kein Mangel an Beweisen

Antike Bau- und Bildwerke in der Renaissance.
Der Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance

Ans Licht gebracht, verschleppt, gezeichnet, vermessen, kopiert, verändert, gefälscht, zerstört ... : antike Hinterlassenschaften hatten seit ihrer Entdeckung in Mittelalter und Renaissance ganz verschiedene Schicksale.
Auch der Zugang der Renaissance-Künstler war zunächst einmal alles andere als systematisch. Nachdem die Antiken als solche erkannt und damit einer vorbildhaften Kultur erfolgreich zugeordnet waren, begann in der Auseinandersetzung mit ihnen ein kreativer Prozeß, der mit dem Begriff der „Nachahmung“ allein nur unzureichend beschrieben ist. Das vorrangige Interesse der Epoche lag nicht in der exakten Übertragung in die eigene Zeit – dies gilt selbst für die späteren Klassizismen nur in eingeschränktem Sinne – , sondern in der Aufdeckung von Normen und Regeln für das eigene Kunstschaffen. Die Kunst der Renaissance trat in den Wettstreit, den paragone mit der Antike. Im Zentrum der Beobachtungen standen vor allem die Skulpturen und Bauwerke der Stadt Rom, aber auch andernorts wurden Antiken immer zahlreicher zutage gefördert. Dies alles hielten die Künstler in Zeichnungen, Detailstudien und Ansichten fest, während es Antiquare beschrieben und bereits archäologisch erforschten.



Maarten van Heemskerck: Im Boden versunkene Kompositkapitelle, 1532-1536/1537, sog. Römisches Skizzenbuch I, fol. 12 verso
Maarten van Heemskerck: Im Boden versunkene Kompositkapitelle,
1532-1536/1537, sog. Römisches Skizzenbuch I, fol. 12 verso


Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften


Kunstgeschichtliches Seminar der Humboldt Universität zu Berlin



CENSUS of Antique Works of Art and Architecture known in the Renaissance