§ 65. Baltische Staaten

(H. Dopkewitsch)

(Die in Winkelklammer gesetzten Zahlen beziehen sich auf die Bibliographie S. 755)

Die Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga, die bereits in der ersten Zeit ihres Bestehens (vgl. unten Nr. 34) mit dem Sammeln archäologischer Gegenstände begonnen hat und bis zum Ausbruch des Weltkrieges die Initiative und Verantwortung für die Entwicklung der archäologischen Forschung im baltischen Gebiet trug, ist auch, seitdem diese nach der Begründung der neuen Staaten in andere Hände übergegangen sind, weiterhin mit reger Anteilnahme der prähistorischen Forschung gefolgt. Den Fortschritten dieses Forschungsgebietes Rechnung tragend, ist im Jahre 1932 die vorgeschichtliche Abteilung des Dommuseums einer durchgreifenden Neugestaltung unterzogen worden. Die vorgeschichtlichen Funde sind in eine für das Publikum bestimmte Schausammlung und eine nur wissenschaftlicher Forschung dienende Materialsammlung geschieden worden. Hierbei ist die Schausammlung so geordnet worden, daß sie nicht allein ein geschlossenes Bild der vorgeschichtlichen Kultur Lettlands vermittelt; durch Erläuterungen und Karten sowie durch zu Vergleichszwecken hinzugezogenes Material aus anderen Gebieten erscheint die Entwicklung der vorgeschichtlichen Kulturen Lettlands hineingestellt in die ostbaltische Gesamtkultur. In diesem Sinne stellt auch der in Ergänzung zu dem im Jahre 1914 von Max Ebert verfaßten »Führer durch die vor- und frühgeschichtliche Sammlung des Dommuseums« erschienene Führer von Engel < 1>, der die Sammlung des Dommuseums in ihrem heutigen Stande wissenschaftlich erläutert, mehr als einen bloßen Museumsführer dar; er kann vielmehr als Handbuch der baltischen Vorgeschichte betrachtet werden, das eine wertvolle Vervollständigung durch ein reiches, mit Erläuterungen versehenes Bild- und Kartenmaterial und ein umfassendes Schriftenverzeichnis erfährt. Im


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Schlußkapitel des Führers wird als besonderes Problem die Frage der Herkunft und Urheimat der baltischen Völker behandelt und mit Hilfe der Methode der Kulturgruppenforschung dahin beantwortet, daß sich eine Siedlungskontinuität der im Anfang des 12. und 13. Jh.'s geschichtlich bezeugten baltischen Stämme bis in die Zeit um Christi Geburt, wahrscheinlich aber sogar bis in die Bronzezeit hinein, verfolgen läßt.

Auf Grund der vielfachen neuen Forschungsergebnisse, insbesondere auf dem Gebiete der Archäologie, für die Frühgeschichte Lettlands gibt Arbusow < 2> einen objektiven zusammenfassenden Überblick über die Verhältnisse der Zeit. Es ergibt sich, daß die jüngere Eisenzeit, kulturgeschichtlich betrachtet, »die Periode des größten Wohlstandes und der höchsten eigenen Kulturblüte in der Vorzeit der ostbaltischen Völker ist«, in politischer Hinsicht aber wird das Land in steigendem Maße der Überfremdung durch ausländische Einflüsse ausgesetzt. Skandinavier, Russen und Deutsche rangen gegen Schluß der Periode um diesen Besitz. Auf Grund sämtlichen vorhandenen Belegmaterials wird eine Übersicht der vielfachen skandinavischen und russischen Beziehungen zum Baltikum gegeben. Das Land fiel aber weder Russen noch Skandinaviern, sondern den Deutschen zu. Das Schlußkapitel enthält eine kurze Betrachtung über die Auswirkung der deutschen Eroberung. Die objektive Darstellung dieser schwer und nicht völlig eindeutig erfaßbaren Zeit, deren Probleme oft den Gegenstand erregter Auseinandersetzung und gewagter Behauptungen bilden, gibt die Grundlage für eine sachliche und rein wissenschaftliche Betrachtungsweise. Die beigefügte Karte, die sich auf die Untersuchungen Bielensteins und die neuesten Forschungsergebnisse Laakmanns (s. unten) stützt, gibt die völkischen und politischen Verhältnisse des Landes z. Zt. der Eroberung wieder. Stellt diese Karte besonders deutlich die Reichweite des russischen Einflußgebietes dar, so ist für die Veranschaulichung der skandinavischen Beziehungen auf die betreffende Karte von Engel < 1> zu verweisen.

Arbusow < 3> veröffentlicht die Ergebnisse seiner weiteren Arbeit im Vatikanischen Archiv <vgl. 1929, S. 687>. Es handelt sich dabei um eine Nachlese von Livonica aus dem 13. Jh. und um die Fortsetzung der planmäßigen Ausbeute der Papstregister des 14. Jh.'s. -- Von den von der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde herausgegebenen Akten und Rezessen der livländischen Ständetage ist mit der 7. Lieferung des von Arbusow < 4> bearbeiteten ersten Bandes der urkundliche Teil dieses Bandes abgeschlossen; das Register steht noch aus und wird in einer 8. Lieferung gegeben werden. Indessen ist schon die 1. Lieferung des 2. Bandes, bearbeitet von Bauer < 4>, erschienen. -- Mit Hilfe einer, auf Grund einer neuen genauen Lokalisierung der in Heinrichs Chronik und in den Teilungs-Verträgen zwischen Bischof und Orden genannten Ortsnamen gewonnenen Feststellung der Lage und des Umfangs der politischen Landschaften und aufgeteilten Gebiete, sowie einer genauen Feststellung des Wirkungsfeldes und der Person Heinrichs von Lettland, gelingt Laakmann <S. 268> eine neue einleuchtende Interpretation der Chronik Heinrichs von Lettland und der Teilungsurkunden zwischen Bischof und Orden in bezug auf das politische Kräftespiel während der ersten Jahrzehnte deutscher Herrschaft in Livland.

Johansen < 5> weist im textkritischen Teil seiner Arbeit nach, daß die Ortsnamen, die den wesentlichen und wertvollen Teil der Estlandliste bilden,


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hergestellt sein müssen von Priestern, vorwiegend niedersächsischer Herkunft, die in den Jahren 1219 und 1220 die Landschaften Reval, Harrien und Wierland taufend durchzogen. Die nachträglich hinzugefügten Bemerkungen weisen darauf hin, daß die Listen, zur Zeit als Reval dänisch wurde, zum Zweck einer Besitztitelrevision bearbeitet worden sind, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach vom Revaler Bischof, dem Dänen Thorkill, im Jahre 1241. Das Verzeichnis, das eine offizielle Gültigkeit nicht erlangt hat, ist später in Dänemark mit einer Reihe anderer Handschriften, auch nicht amtlichen Charakters, zum Sammelband des Liber Census Daniae vereinigt worden, der, wie der Verfasser vermutet, als Lehrbuch für den jungen König Klipping zusammengestellt worden ist. In einem besonderen Kapitel behandelt der Verfasser die sogenannte Kleine Estlandliste, die, in keinem inneren Zusammenhang mit der eigentlichen Estlandliste stehend, nur durch Zufall mit dem übrigen Text verknüpft worden ist, und gibt ihr eine neue Deutung als programmatische Aufzählung aller dem päpstlichen Stuhl unterzuordnenden Länder, die vom Vizelegaten Balduin von Alna oder einem seiner Anhänger 1230 entworfen worden sei. Den Hauptabschnitt des siedlungsgeschichtlichen Teiles des Buches bildet, nachdem eine Reihe bedeutsamer siedlungsgeschichtlicher Fragen besprochen sind, ein Verzeichnis der Dörfer des LCD: in alphabetischer Reihenfolge werden hier alle estländischen Siedlungsnamen des LCD genannt, wobei für jede einzelne der gegen 500 Siedlungen eine kurze Siedlungsgeschichte gegeben wird. Einen wesentlichen Bestandteil der Estlandliste bilden die Personennamen. Im adelsgeschichtlichen Teil wird auf die Grundbesitzverteilung eingegangen und als eines der wichtigsten Probleme die Frage besprochen, wie die deutsche Adelssiedlung in Estland zustande kam. Diese Frage wird in einer Untersuchung der Geschichte Harrien-Wierlands in den Jahren 1225--1238 beantwortet, eine Untersuchung, die Licht bringt in den bisher unerforschtesten und dunkelsten Abschnitt der Anfänge estländischer Geschichte und zusammen mit der folgenden Besprechung der Herkunft und Einwanderung der Vasallen und der sozialen Gliederung des Adelsstandes die charakteristischen Grundlagen des Entstehens und Wesens der harrisch-wierländischen Ritterschaft aufdeckt. Den zweiten Abschnitt dieses Teiles bildet ein Verzeichnis der im LCD genannten Landbesitzer, mit einem Versuch, die einzelnen Namen zu identifizieren, sowie ein Verzeichnis der Adelsgeschlechter der Dänenzeit. -- Die von Bauer < 6> herausgegebene Wartgutsteuerliste ist um die Mitte des 14. Jh.'s in der Komturei Goldingen entstanden und enthält ein nach »castellaturen« geordnetes Verzeichnis von Orts- und Personennamen der Komturei Goldingen mit beigefügten Notizen, die Zahlungen der Wartgutsteuer betreffend. Diese Steuer, in der Diözese Kurland seit der Eroberung bis ins späte 16. Jh. hinein erhoben, diente dem Unterhalt einer ständigen, im Aufklärungs-, Wacht- und Nachrichtendienst an der Landesgrenze verwendeten Truppe von »Wachtleuten«. Der Text dieser Listen, sowie die beiden im Anhang abgedruckten Verzeichnisse über das Inventar der Komturei Goldingen zusammen mit den Anmerkungen, die eine Identifizierung der Ortsnamen zum großen Teil mit Hilfe des noch ungedruckten Materials kurländischer Güterurkunden geben, bilden einen wertvollen Beitrag zur Topographie Kurlands wie auch zu den die wirtschaftlichen, Verwaltungs- und militärischen Verhältnisse des Ordenslandes betreffenden Fragen. Die zahlreichen Personennamen, welche die Listen

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enthalten, werden philologisch-historischen Untersuchungen über die Bevölkerung Kurlands im 14. Jh. als Material dienen müssen.

Es ist bemerkenswert, daß die jüngeren baltischen Forscher sich im Gegensatz zur älteren Generation, deren Interesse vor allen Dingen die Geschichte der Politik und der Städte bildete, der Geschichte des flachen Landes, der Topographie und Siedlungskunde zuwenden. Ein seit dem Erscheinen der Arbeiten August Bielensteins zeitweilig vernachlässigt gewesenes Forschungsgebiet wird hier von neuem in vielversprechender Weise wieder in Angriff genommen. Eine fleißige Beschäftigung mit den Fragen der Topographie würde der ma.'lichen Geschichte Livlands zweifellos ein bedeutend höheres Maß von Anschaulichkeit verleihen, und, wie sich das bereits in den Arbeiten Johansens und Laakmanns zeigt, auch zu Ergebnissen führen, die für die Auffassung der politischen Geschichte des Landes von Wert sind.

In diesem Zusammenhang ist auch die Arbeit von Dopkewitsch < 7> zu erwähnen. Mit dem Wort »Burgsuchung«, »Borgsokinge«, lat. »Castellatura«, das erstmalig in kurländischen Urkunden des 13. Jh.'s auftritt, wird eine Landeseinheit bezeichnet, die die Deutschen bei der Besitzergreifung Kurlands vorfanden, und die, wie eine sprachliche und sachliche Untersuchung des Wortes lehrt, aus einer Zeit stammen muß, in der Kurland unter dem Einfluß der Wikinger stand. Denn das Wort »Sokn« kommt als Bezeichnung für eine Landeseinheit im MA. in skandinavischen Ländern vor, wo es sich noch bis heute in der Bedeutung »Kirchengemeinde« erhalten hat; in außerskandinavischen Ländern ist es im MA. nur da anzutreffen, wo Wikingerscharen sich als Siedler niedergelassen haben. Die Burgsuchungen, die ursprünglich nur für Kurland nachweisbar sind und hier im 13. Jh. ein wesentlich anderes Prinzip der Landesverfassung darstellen als die Burggebiete zur selben Zeit in Semgallen und Livland, werden von den deutschen Machthabern übernommen. Im 14. Jh. noch auf das Ursprungsland Kurland beschränkt, werden die Burgsuchungen im 15. und 16. Jh. im Zusammenhang mit einer systematisch durchgeführten Landeseinteilung auch auf Semgallen und Livland übertragen. Die Frage nach der Bedeutung der Burgsuchung wird nun in den Rahmen einer Untersuchung über diese Landeseinteilung hineingestellt. In Form von Tabellen und einer Karte wird eine Übersicht über diese Landeseinteilung gegeben und zugleich versucht, die Landeseinteilung dieser Zeit in Beziehung zu setzen zur vorgefundenen Landeseinteilung des 13. Jh.'s. Die Arbeit, die sich in diesem Teil im wesentlichen auf die alten von Bielenstein gegebenen Lokalisierungen der Ortsnamen des 13. Jh.'s stützt, konnte die vielfachen neuen Gesichtspunkte und Lokalisierungen der Untersuchung Laakmanns leider nicht mehr berücksichtigen.

Eine reizvolle Aufgabe: die siedlungsgeschichtliche Behandlung einer eigenartigen in sich geschlossenen alten Siedlungslandschaft, wie sie die Insel Oesel mit der vorherrschenden Dorfform der Haufendörfer bildet, ist von Scheibe < 8> in schöner Form gelöst worden. Ausgehend von der gegenwärtigen Siedlungslandschaft werden die Siedlungen zuerst in ihrer Beziehung zur Landschaft geschildert und ein enger Zusammenhang zwischen der Natur und der Art der Besiedlung festgestellt. Es folgt eine Besprechung der einzelnen Siedlungsformen hinsichtlich ihrer Grundrißgestaltung, ihres Aufrisses und ihrer wirtschaftlichen Funktion. Im zweiten Teil werden die Siedlungsformen in genauer


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Einzelbeschreibung behandelt, wobei auf das verschiedene Alter, die historische Tiefe und die wechselnden Lebensschicksale der einzelnen Ortschaften hingewiesen wird. Besonders interessant ist in diesem Teil die Beschreibung der für Oesel typischen Haufendörfer, und die für ihre Entstehung gegebene Deutung. Nach der Meinung der Verfasserin sind weder skandinavische noch germanische Einflüsse bei ihrer Entstehung wirksam gewesen; wenn hier eine der skandinavischen ähnliche Dorfform entstanden ist, so geht sie auf die Ähnlichkeit in der Lebensweise der Völker zurück. Während der Wikingerzeit bildet sich mit wachsender Volkszahl unter kriegerischen Bedingungen die Form der Haufendörfer -- die ihrer Gestalt nach den Bauernburgen, die wohl zur selben Zeit entstanden sind, ähneln --, »estnische Wehrsiedlungen im Einklang mit halbnomadischer Wohn- und Wirtschaftssitte«. Seit Oesel 1227 von den Deutschen erobert wurde, ist es in das wechselvolle Schicksal der Kolonie mit hineingerissen worden. Die verschiedenen politischen Perioden haben ihren Niederschlag auch im Siedlungsbild der Insel gefunden. Von besonderer Bedeutung ist das Kapitel über die ehemaligen Güter, die Ausdrucksformen des deutsch-baltischen Volksstammes. Diese Güter, die heute infolge der Agrarreform in der Auflösung stehen zugunsten einer neu entstehenden Siedlungsform -- den Staatspächtersiedlungen --, können eben noch siedlungsgeographisch erfaßt werden, was einige Jahrzehnte später nur noch dem Siedlungshistoriker möglich sein wird. -- Die vorliegende, von L. Arbusow herausgegebene Arbeit von Busch < 9> bildet die erste Verwirklichung des von der Stadt Riga in Angriff genommenen Planes, den reichen wissenschaftlichen Nachlaß ihres Stadtbibliothekars zu veröffentlichen. Es handelt sich hierbei um eine im Jahre 1893 mit der goldenen Medaille gekrönte Dorpater Preisschrift, die die politische und Verfassungsgeschichte des Bistums Oesel vom Zeitpunkt der deutschen Eroberung Oesels im Jahre 1227 bis zum Tode Bischof Jakobs 1337, unter dessen Nachfolgern die Geschichte Oesels zugleich mit der der ganzen Kolonie in ein neues Stadium tritt, behandelt. Der Anhang enthält zwei textkritische Exkurse und 24 Urkundenbeilagen zur Geschichte Oesels dieser Zeit. -- Im Zusammenhang mit einer eingehenden Darstellung des militärischen Verlaufes des letzten großen Krieges, den das selbständige Livland mit den Russen 1558--1561 führte, bespricht Senning < 11> eine Reihe von Fragen der Heeresverfassung (Aufgebot, Ausrüstung, Fortifikationen, Heerwesen) und der Kriegführung (Strategie und Taktik) im Ordensstaat Alt-Livland. Es zeigt sich dabei, wie stark die Uneinheitlichkeit der Landesverfassung und die vielen technischen Mängel in der Kriegsführung dazu beigetragen haben, daß der Kampf gegen einen zahlenmäßig weit überlegenen und kriegstechnisch gleichwertigen Feind, wie es die Russen waren, mit der endgültigen verhängnisvollen Niederlage endete.

Das starke Anwachsen der lettischerseits im letzten Jahrzehnt erschienenen Literatur über die livländische Agrarfrage, die mit wenigen Ausnahmen wissenschaftlich nicht ernst zu nehmen ist, machte eine objektive Darstellung der bäuerlichen Verhältnisse Alt-Livlands notwendig. Auf ein sehr reiches Urkundenmaterial, gedrucktes sowie noch ungedrucktes aus den Archiven Rigas, Revals und Dorpats fußend, ist Bosse < 12> bemüht, ein der Wirklichkeit entsprechendes Bild der bäuerlichen Verhältnisse Alt-Livlands der Zeit von 1500 bis 1561, sowie der Entwicklung, die dahin geführt hatte, zu zeichnen, wobei


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den Urkunden und erzählenden Quellen der Zeit selbst in der Darstellung ein breiter Raum gelassen wird. Angeführte Parallelen aus Westfalen und Ostdeutschland zeigen, »daß bei aller Eigenart im einzelnen sich die Geschichte des livländischen Bauernstandes bis zum Zusammenbruch des ma.'lichen Staatswesens im wesentlichen dem Rahmen, wie er durch die Entwicklung der Agrarverhältnisse auf dem gesamten nordostdeutschen Kolonisationsraum geboten wird, einfügt«. Als Anhang wird eine Untersuchung über das altlivländische Landmaß, den Haken, der hier in 4 bis 5 Formen auftrat, gegeben und als Beilage 18 bisher noch ungedruckte Urkunden zur bäuerlichen Rechts- und Wirtschaftslage. -- Es sei in diesem Zusammenhang gleich das Buch von Wihksninsch < 13> erwähnt, dessen agrargeschichtlicher Hauptteil sich wohl erst auf das 18. Jh. bezieht, als dessen vermeintlich notwendige Voraussetzung aber auf die historische Entwicklung der Agrarfrage eingegangen wird, die einen breiten Raum des Buches einnimmt. Merkt man es dem Verfasser im Hauptteil seines Buches an, daß er um eine objektive Darstellung und Wertung bemüht ist, so ist der erste Teil, der sich mit der Entwicklung der agrargeschichtlichen Verhältnisse befaßt, eine wissenschaftlich unverantwortliche Arbeit. Dieser Teil beruht nicht auf eigener wissenschaftlicher Forschung, sondern bildet in der Hauptsache die Wiedergabe lettischer tendenziöser und wissenschaftlich anfechtbarer Schriften, in der Hauptsache derjenigen von R. Vippers (vgl. zu diesen die Rez. v. Arbusow in: Z. Savigny-Stftg., germ. Abt. Bd. 51, 1931, S. 681 ff.). Wenn Vigrabs, der das Buch von Wihksninsch in der Z. für osteuropäische Gesch., Bd. IX, H. 2 bespricht, gerade den »Wert« der Ausführungen über die Entwicklung der Agrarfrage hervorhebt, der darin bestehen soll, daß der deutsche Leser sich hier mit den Ergebnissen neuester Forschungen, die bisher nur in lettischer Sprache veröffentlicht wurden, bekannt machen kann, so stimmen wir hierin mit Vigrabs vollkommen überein, denn es ist für den deutschen Leser in der Tat nützlich, sich mit dem Geist der lettischen Agrargeschichts»forschung« bekanntzumachen. Die vorliegende Arbeit gliedert sich in mehrere Teile verschiedenen Inhalts und verschiedenen Werts. Am gelungensten kann der Teil der Arbeit betrachtet werden, der den Einfluß des Pietismus und des Herrnhutertums auf das lettische Bauerntum schildert, wobei als wichtigstes Ergebnis dieser Bewegung das Heben des religiösen und sittlichen Niveaus in der Lebensweise des lettischen Volkes, wie auch die Förderung seines Selbstbewußtseins und seiner Selbstbetätigung hervorgehoben wird, jedoch vor einer Überschätzung dieser Bewegung in bezug auf Kultur- und Bildungswesen gewarnt wird. Was nun den letzten Teil der Arbeit, ihren eigentlichen Kern anbetrifft, die Besprechung der Agrarreformprojekte der Vorläufer von G. Merkel, so urteilt der Verfasser selbst von diesem Teil, daß die Arbeit kein endgültiges abgerundetes Forschungsergebnis sei, sie will nur eine allgemeine Übersicht und systematische Zusammenstellung des von ihm vorgefundenen Materials geben, verbunden mit einigen Schlußfolgerungen allgemeiner Art über die Literatur des Zeitalters der Aufklärung in Livland. --

Švābe < 15> veröffentlicht den Text eines im Stockholmer Kameralarchiv befindlichen Manuskripts über die »Livländische Revision des Jahres 1601«. Leider wird von den 44 livländischen Gebieten, auf die sich die Revision bezieht, unter Weglassung der nordlivländischen estnischen Gebiete, nur der auf


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die lettischen Gebiete bezügliche Text veröffentlicht. Da die Revision in erster Linie fiskalischen Zwecken diente, werden bis ins einzelne gehende Auskünfte über Namen, Siedlungsform, Wackenangehörigkeit, Hakenzahl, Steuersätze pro Haken usw. nur von den Bauernhöfen der Domänen eingeholt, die Revision der Privatgüter dagegen nennt nur den Namen des Gutsbesitzers, die Größe des Landes und Hakens und die Zahl der Bauernhöfe. Das Original der Revision ist nicht erhalten. Sowohl bei dem hier veröffentlichten Stockholmer Text, als bei dem von Hagemeister 1835 gefundenen Text, der aber verloren gegangen ist, wie auch bei dem von Th. Schiemann 1882 herausgegebenen ältesten schwedischen Kataster Liv- und Estlands handelt es sich um Abschriften bzw. Umarbeitungen des Originals. Während der »Kataster« eine Zusammenfassung der Revisionsdaten in der Form eines Kameralen Handbuches darstellt, werden in der »Revision« die Protokolle selbst wiedergegeben. Auf die große Bedeutung der vorliegenden Publikation braucht nicht erst besonders hingewiesen zu werden. Zu wünschen wäre es, daß möglichst bald eine Gesamtpublikation aller livländischen Revisionen in Angriff genommen würde. -- Eine weitere wertvolle Quellendition, leider in estnischer Bearbeitung, gibt Leesment < 16>. Es handelt sich um drei Rechenschaftsbücher, über Ein- und Ausgaben der Insel Oesel im Wirtschaftsjahr 1618--1619, die zur Kontrolle der Finanzverwaltung des von der dänischen Metropole weit entfernten Insellandes der Rentenkammer in Kopenhagen vorgelegt worden waren. Die hochdeutsch abgefaßten Rechenschaftsbücher sind versehen mit dänischen Anmerkungen der Kontrollinstanz. -- Die Arbeit von Liljedahl < 17> über die schwedische Verwaltung in Livland behandelt einen kurzen Zeitraum livländischer Geschichte -- die Jahre 1617--1634, die jedoch zu den wichtigsten livländischer Geschichte überhaupt gehören, da in ihnen durch die grundlegenden Reformen auf allen Gebieten des inneren Lebens dem Lande die innere Struktur und die Prägung gegeben werden, die richtunggebend für die ganze spätere Entwicklung gewesen sind. Es gibt kaum eine Arbeit über livländische Geschichte, die einen Zeitraum so allseitig und eingehend zu erfassen versucht hätte, wie die vorliegende; auf Grund eines reichen Quellenmaterials werden die Verhältnisse des Landes und der Verlauf der Einführung der Reformen lebendig gemacht. Gegenstand der Arbeit bildet die Geschichte des 1617--1625 von Schweden eroberten und 1629 durch die Teilung zwischen Schweden und Polen an Schweden gefallenen Teils des überdünschen Herzogtums Livland, für den sich allmählich die Bezeichnung »Livland« im engeren Sinne durchsetzte. Im Vordergrunde des Interesses steht die Darstellung der Rechtsverhältnisse. In bezug auf die Einteilung des Buches ist zu bemerken, daß die zwei stark voneinander unterschiedenen Rechtsgebiete -- die Stadt Riga und das flache Land -- in gesonderter Linienführung behandelt werden, ferner machte die Tatsache, daß in dem bereits früher schwedisch gewordenen Estland die in Livland einzuführenden Ordnungen bereits erprobt waren, ein Eingehen auf die estländischen Verhältnisse notwendig. Die Einteilung ist folgende: Entwicklung und Verhältnisse in Livland bis 1617. Livlands Besitzergreifung, Reformmaßnahmen 1617--1629. Riga 1621--1629. Reformbestrebungen in Estland 1626--1630. Organisation der Verwaltung und allgemeine Richtlinien 1617--1629. Die Instruktionen für Johann Skytte vom Jahre 1629. Kapitel VI--X schildern die Durchführung des Reformprogrammes in bezug auf

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Recht, Verwaltung, Steuern, Agrarfrage, Wirtschaft, Handel, Kirchen- und Bildungswesen usw. Das letzte Kapitel gibt eine zusammenfassende Charakteristik der Verwaltungsorganisation und eine Charakteristik Johann Skyttes als Generalgouverneur. --Jensch < 18> berichtet über Begründung und Ausbau des livländischen Briefpostwesens zur schwedischen Zeit und deckt den starken Anteil des ersten Rigaer Postmeisters Jakob Becker und seines Schwiegersohnes Statius Stein daran auf, die beide dazu beigetragen haben, Riga zu einem Mittelpunkt der damaligen Verkehrspolitik zu machen, wo besonders die Fäden der schwedischen Ostseepolitik zusammenliefen. -- Der hier zum Abdruck gelangte Vortrag Liiv's < 19> bildet einen Teil einer größeren Arbeit des Verfassers über die wirtschaftliche Lage Estlands am Ausgang des 17. Jh.'s. Es wird hier der katastrophale Moment hervorgehoben, wo das hungernde Landvolk Hilfe bei den Städten suchte, diese aber nicht in der erhofften Weise fand, und darauf hingewiesen, daß dieses Ausbleiben der Hilfe bedeutsame Veränderungen und Folgen in der Wirtschaftsgeschichte des Landes auslöste. -- Als Quelle zur schon erwähnten <vgl. 1932, S. 584>, nun im vollen Umfang vorliegenden Arbeit von Aschkewitz < 20>, die den Versuch unternimmt, die Rolle, die der Kurländer Karl von Keyserling bei der Erhebung Johann von Birons zum Herzog von Kurland gespielt hat, dienten die zahlreichen meist von vielen Beilagen begleiteten Briefe Keyserlings an Biron aus dem ehemaligen Kurländischen Herzoglichen Archiv, die zahlreichen in den Akten des sächsischen Hauptstaatsarchivs in Dresden enthaltenen Denkschriften und Briefe Keyserlings, sowie eine Reihe von Papieren zur Geschichte Kurlands in der Handschriftensammlung der Dorpater Universitätsbibliothek. -- Das anläßlich des 600jährigen Bestehens des Schwarzhäupterhauses zu Riga erschienene Buch von Spliet < 21> bietet mehr als nur die Geschichte des Hauses selbst, es wird vielmehr auf der Grundlage eines sehr reichen, zum großen Teil aus dem Schwarzhäupterarchiv stammenden Materials, in vielleicht allzu eingehender Weise berichtet über 1. die Schwarzhäuptergesellschaften im alten Livland im allgemeinen, 2. Entstehung der Rigaer Schwarzhäuptergesellschaft und ihre Entwicklung, 3. Ziele und Zwecke, 4. Sitten und Gebräuche, 5. das Neue Haus. Zum Schluß wird ein Verzeichnis der Älterleute und Ältesten der Schwarzhäuptergesellschaft vom Jahre 1413 an bis zur Gegenwart gegeben. -- Der von Seuberlich < 23> herausgegebene Band ist dem Gedächtnis cand. jur. Karl Mahlers gewidmet. Der vorliegende Band enthält den ersten Teil des von Seuberlich bearbeiteten personenkundlichen Teils der Materialien Karl Mahlers († 1919) und bringt neben einem Aufsatz über die Bürgerschaft Windaus die Personen der Verwaltung, Komture, Hauptmänner, Strandvögte usw., die Ratslinie und die Bürgerliste ab 1542. -- Der von Greiffenhagen bearbeiteten Publikation des I. Revaler Bürgerbuches <vgl. 1932, S. 583> sind zwei weitere, von Adelheim < 24/ 25> bearbeitete Publikationen gefolgt, die das zweite Bürgerbuch 1624--1690 und zwei Teile des dritten Bürgerbuches 1690--1889 umfassen. Die Bürgerlisten sind vom Bearbeiter durch Daten aus Ratsprotokollen und Kirchenbüchern ergänzt worden, die sich auf Herkunft, Beruf, Tod, Eheschließung, Name der Frau, Tod der Frau, Vater der Frau beziehen. --Erbe < 26> gibt als Fortsetzung des 1872 von Bunge veröffentlichten Personalverzeichnisses nebst Verfassungsgeschichte des Revalschen Rates, eine Darstellung der Geschichte des Revaler Rates während der letzten zwei Jahrzehnte

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seines Bestehens (1869--89). Da es infolge Fehlens von Aktenmaterial aus den Jahren 1860--1890 für das Bestehen und die Geschichte des Revaler Magistrats nur indirekte Belege gibt, so ist das vorliegende Buch, das sich in der Hauptsache auf die Erinnerungen Greiffenhagens <vgl. 1930, S. 531> und auf persönliche Einblicke des Verfassers in das Leben des Magistrats während dieser Jahre stützt, als Materialsammlung von besonderem Wert. Als wertvoller Beitrag zum hier behandelten Thema sind auch die von Greiffenhagen < 27> gegebenen Auszüge aus den Briefen Oskar von Riesemanns anzusehen. Nach einer kurzen Übersicht über die Entstehung und alte Verfassung des Revalschen Rates wird die Vorgeschichte und eigentliche Geschichte seiner Auflösung gegeben. Diese ging gewissermaßen in drei Etappen vor sich: 1867 Sprachenzwang, 1878 wird dem Rat die Wirtschaftsautonomie durch Einführung der Städteordnung entzogen, der 1889 erlassene Befehl zur Einführung der Gerichtsordnung im Baltikum entzog dem städtischen Magistrat schließlich auch die ihm bis dahin verbliebenen Gerichtsfunktionen und löste ihn dadurch völlig auf. Wird schon in der kurzen prägnanten Wiedergabe der Hauptdaten dieses Geschehens die Frage nach seiner Rechtmäßigkeit aufgeworfen, ohne daß eine solche direkt gestellt würde, so bildet gerade diese Frage das Grundthema des Buches von v. Wedel < 28>, das auf Grund einer Untersuchung der staatsrechtlichen Bedingungen des Anschlusses der estländischen Ritterschaft an Rußland 1710 und auf Grund einer Erörterung über das Wesen der Ritterschaft und ihrer personalen Zusammensetzung sowie ihrer materiellen und rechtlichen Machtgrundlagen (d. Rittergüter) in eingehender lebendiger Schilderung der Tätigkeit der Ritterschaftsorgane innerhalb ihrer vielseitigen Kompetenzbereiche ein allseitiges Bild der Geschichte, der Verfassung, des Wesens und der Bedeutung der estländischen Ritterschaft bis zur Einführung der Statthalterschaftsverfassung durch Katharina II. gibt. In den beiden zuletzt genannten Büchern, wie auch in dem von Grass < 29>, das die Darstellung der katastrophalen Auswirkung der russischen Kirchenordnung vom Jahre 1832 auf die evangelische Kirche der Ostseeprovinzen zum Gegenstand hat und dem Aufsatz von Hollander < 30> über die Russifizierung der deutschen Schulen sowie in den die Russifizierung der Universität Dorpat behandelnden Kapiteln des Buches von Engelhardt < 32> treten in eindrucksvoller Weise Wesen und Methode der Russifizierung hervor: im Zusammenhang mit dem Entstehen einer neuen russischen Staatstheorie wird dem rechtlich bestätigten und lebendig wirkenden Landesrecht ein neues Recht entgegengestellt, das auf sämtlichen Gebieten des öffentlichen Lebens: Verfassung, Kirche, Schule zum Siege geführt werden soll. Die Methoden dieses Kampfes sind überall die gleichen: Provokation mit nachfolgender Diskussion, d. h. Unsichermachung und Anzweiflung und damit Unterhöhlung der bestehenden Rechtsgrundlagen. Den Schluß des Prozesses bildet dann die Einführung des neuen Rechts. Der unermüdliche Kampf der deutschen Stände gegen die Maßnahmen der russischen Regierung ist geführt worden unter Berufung auf das von den russischen Zaren in der Kapitulation von 1710 und im Nystädter Frieden garantierte und immer wieder bestätigte Landesrecht. Die Frage, ob die russische Regierung befugt war, dieses Recht durch ein anderes zu ersetzen, und die Frage, ob die Berufung der deutschen Selbstverwaltungsinstitutionen auf die 1710 garantierten Rechtsgrundlagen tatsächlich rechtskräftigen Grund hatte, wird von

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Wedel durch den Erweis des vertraglichen Charakters der Kapitulation zugunsten des alten Rechts entschieden, eine Auffassung, die mit der seit Schirren in der baltischen Geschichtsschreibung herrschenden übereinstimmt. Ob diese Antwort aber tatsächlich das Wesen der Frage trifft, darf bezweifelt werden, scheint es doch, als ob die Maßstäbe zur Beurteilung dieser Frage der reinen Geschichtswissenschaft als solcher nicht entnommen werden können.

Die Festschrift Wittrams < 31> stellt die Geschichte der Parteien im livländischen Landtage dar, die mit dem Jahre 1841 beginnt und in den 80er Jahren, in denen die der Reformfrage gewidmete Tätigkeit des Landtages abgelöst wurde, durch die Einführung der Reformen seitens der russischen zentralen Regierung schließt. Die Geschichte der Parteien ist dargestellt auf der Grundlage der Ideen des 19. Jh.'s, und, was dem Werk eine ausgezeichnete Anschaulichkeit verleiht, mit Hilfe der biographischen Methode, indem die führenden Persönlichkeiten in ihrer individuellen geistigen Entwicklung vorgeführt werden. In diesem Zusammenhang ist besonders hinzuweisen auf die der Arbeit vorangestellte Schilderung der Persönlichkeit Hamilkar v. Fölkersahms, der die Geschichte der Parteien im livländischen Landtag einleitet, ferner auf die sehr lebendigen Ausführungen über die Gebrüder v. Oettingen, Arthur v. Richter, Alexander v. Middendorff und Ernst v. Mensenkampff. Die Arbeit bildet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der baltischen Ostseeprovinzen, insofern, als die Frage, um die es sich bei der Tätigkeit der Parteien handelt, das wichtigste Problem des 19. Jh.'s überhaupt war -- die Reform der Agrarverhältnisse und der Landesverfassung, wobei allerdings, was auch aus dieser Arbeit scharf hervortritt, dasjenige Problem, das späterhin von größter Tragweite werden sollte, und das auch schon zu dieser Zeit wirksam war, das nationale nämlich, damals in tragischer Verständnislosigkeit übersehen wurde. Neben der Schilderung der im livländischen Adel verbreiteten politischen Ideen wird in ausführlicher Weise auch auf die Stellungnahme in den bürgerlichen Kreisen hingewiesen, eine Stellungnahme, die ihren Ausdruck besonders in der Presse findet. Dieses Kapitel über die öffentliche Meinung, deren Ausdruck und Bildungsmittel die Baltische Monatsschrift, die rigaschen deutschen Tageszeitungen und der Broschürenstreit bildeten, ist als eine Fortsetzung der früheren Arbeit des Verfassers: »Liberalismus baltischer Literaten. Zur Entstehung der baltischen politischen Presse« <vgl. 1931, S. 556>, zu betrachten. -- Nicht eine dokumentarisch und quellenmäßig belegte Geschichte der Universität Dorpat zu geben, hat sich Engelhardt < 32> zur Aufgabe gestellt. Er präzisiert seine Aufgabe selbst dahin. »Ihm schwebte der Gedanke vor, gewissermaßen das geistige Gesicht der Universität Dorpat, wie es sich im Laufe des 19. Jh.'s durch alle Wechselfälle seiner Geschichte ausprägte, zu zeichnen, Innenwelt und nächste Umwelt dieses Organismus in seinen vielfach verflochtenen Beziehungen zur engeren Heimat, zu Kaiser und Reich, sowie zum deutschen Mutterlande und dessen geistigen Strömungen zu schildern und aus diesem Lebensbild die geistesgeschichtliche Bedeutung unserer deutschen Bildungsanstalt nicht nur für uns, das Baltenland, sondern auch für Rußland, ja auch für Deutschland zur Darstellung zu bringen.«

Die Begründung der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga (bis 1917: »... der Ostseeprovinzen Rußlands«) im Jahre 1834 steht im engsten Zusammenhang mit dem zu Beginn des 19. Jh.'s in Deutschland einsetzenden


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starken Interesse für die Geschichte. Das Erwachen des Interesses für die Heimatgeschichte hatte aber in den baltischen Ostseeprovinzen noch seinen besonderen Grund: Die zu Beginn der 30er Jahre einsetzende Russifizierung und die Angriffe der russischen Presse auf die Ostseeprovinzen und deren Privilegien wies die Livländer auf den Wert und die Bedeutung ihrer bisherigen Entwicklung hin, die Berechtigung zur eigenen Existenz mußte aus der Geschichte erwiesen werden. Die Dorpater Universität, die eigentlich die Aufgabe der baltischen Geschichtsforschung hätte übernehmen müssen, hatte in dieser Beziehung versagt. So war die Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde der erste und eine Zeitlang einzige Verein, der sich ausschließlich die Förderung der Heimatgeschichte zur Aufgabe gestellt hatte. (Die 1815 in Mitau gegründete Gesellschaft für Literatur und Kunst, wie auch die später begründete Estländische Literärische Gesellschaft pflegten neben der Geschichte auch die anderen Wissenschaften.) Von besonderer Bedeutsamkeit war, daß sie ihre Wirksamkeit auf alle drei Provinzen ausdehnte. Die Leistung der Gesellschaft in den hundert Jahren ihres Bestehens stellt sich dar in der Sammlung, Erhaltung und Bearbeitung der Quellen der baltischen Geschichte im umfassendsten Sinn. Durch die von ihrem Mitbegründer Napiersky eingeleitete Sammlung und Herausgabe von Urkunden, die im Livländischen Urkundenbuch und den Akten und Rezessen der livländischen Ständetage bis zum heutigen Tage einen wesentlichen Teil der Arbeit der Gesellschaft bildet, wurde die Grundlage der baltischen Geschichtsforschung geschaffen. Die Gründung und der ständig fortschreitende Ausbau des Museums schufen eine allseitige Sammlung der geschichtlichen Denkmäler des Landes. Im Zusammenhang hiermit entstand sehr früh der Gedanke des Denkmalschutzes <vgl. 1932, S. 583, Nr. 1, 7, 8>. Die diesbezüglichen Arbeiten und Pläne der Gesellschaft, die durch den Krieg unterbrochen wurden, sind unter völlig neuen Verhältnissen nach der Wiederherstellung des Friedens mit der Begründung des dem Museum angeschlossenen baltischen Baudenkmälerarchivs wieder aufgenommen worden <vgl. 1929, S. 689, Nr. 46; 1930, S. 531, Nr. 17>. Als besonderes Institut der Gesellschaft entstand die Bibliothek, deren vornehmsten Kern die aus der systematischen Sammlung gefährdeter Archivalien und aus den zahlreichen wertvollen handschriftlichen Nachlässen hervorragender Männer des Landes und Mitarbeiter der Gesellschaft bestehende Handschriften-Abteilung bildet. Das anläßlich der Jahrhundertfeier der Gesellschaft erschienene Sonderheft der Baltischen Monatshefte enthält einen Bericht von Hollander < 34> über Begründung und Geschichte der Gesellschaft, ferner Berichte über die Entwicklung und Tätigkeit der einzelnen von der Gesellschaft geschaffenen Institute, und zwar von Loeffler < 35> über das Dommuseum < 1>, von v. Ulrichen < 36> über das Baudenkmälerarchiv und von Bauer < 37> über die Bibliothek. Von Hollander < 38>, dem ältesten Mitglied der Gesellschaft, liegt ferner ein Bericht vor über die Blütezeit der Gesellschaft unter dem Präsidium Hermann v. Bruiningks. Wie lebendig auch heute noch die Tätigkeit der Gesellschaft im Geiste ihrer Begründer ist, davon zeugt u. a. auch die im Berichtsjahr erschienene Reihe ihrer Publikationen < 1, 2, 4, 6, 7, 10, 12, 14, 18, 19, 22, 23, 31, 39 u. 43>. Ihren Ansporn aber erhält sie heute wie ehedem durch die immer wieder erneuten Angriffe des jeweiligen Staatsvolkes auf die geistigen Existenzgrundlagen des baltischen Deutschtums und die Versuche, die Geschichte des

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Landes in den Dienst der jeweils herrschenden Staatstendenzen zu stellen; Versuche, die in letzter Zeit die Form des offenen Kampfes selbst gegen die Betätigung der Deutschbalten auf dem Gebiete der Geschichtsforschung angenommen haben. --

Dem Andenken des rigaschen Stadtbibliothekars Dr. Nicolaus Busch, eines hervorragenden, weit über den Kreis seiner Heimat hinaus bekannten Gelehrten und Menschen, ist ein Heft der »Mitteilungen aus der livländischen Geschichte« < 39> gewidmet. Das Heft enthält neben der Gedächtnisrede des Präsidenten der Gesellschaft, Feuereisen, einen Nachruf von Hollander, der Busch als Persönlichkeit und als Freund und Mitglied der Gesellschaft schildert, sowie eine Charakterisierung der wissenschaftlichen Arbeiten und der wissenschaftlichen Persönlichkeit Buschs von Arbusow, nebst einem von letzterem angefertigten Verzeichnis von Nicolaus Buschs Schriften, Vorträgen und Mitteilungen von 1889--1933 <vgl. 40>. -- Nach einer durch den Weltkrieg und die nachfolgenden schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse bedingten Unterbrechung von 20 Jahren hat die Kurländische Gesellschaft für Literatur und Kunst, die schon im Jahre 1915 auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken konnte, wieder einen Band ihrer früher regelmäßig erschienenen Sitzungsberichte herausgegeben, in dem sie zugleich mit dem Kurländischen Provinzialmuseum in einem von Gotthard < 41> verfaßten Bericht über ihre Tätigkeit während der Jahre 1915--1933 Aufschluß gibt. Von ganz besonderem Interesse ist hierbei der Bericht über die außerordentlich rege Tätigkeit und das Leben der Gesellschaft zur Zeit der deutschen Okkupation Mitaus in den Jahren 1915--1918. Das beigefügte Verzeichnis der Sitzungen und Vorträge in den Jahren 1915--1933 zeigt, wie trotz der Ungunst der Zeiten und der vielen Schwierigkeiten, mit denen die Gesellschaft hat kämpfen müssen, wissenschaftliche Arbeit und Leistung eine nahezu ununterbrochene Fortsetzung erfahren haben. --

Neben diesem Bericht enthält das Heft eine nach den Aufzeichnungen von Dr. med. Alexander Raphael von Werner Raphael < 42> bearbeitete und ergänzte ausführliche kulturhistorisch wertvolle Beschreibung der Sarkophage in der Herzogsgruft zu Mitau. -- Wertvolle Beiträge zur Architektur und Kunstgeschichte Rigas bieten die Arbeiten von Campe < 43, 44> und Tunzelmann < 45>.

Das Buch von Stavenhagen < 46>, das sich vom philosophischen Standpunkt aus mit den wichtigsten geschichtsbildenden Faktoren -- Volk, Nation und Staat -- beschäftigt, ist, da es seine Fragestellungen vorzüglich den national gemischten Verhältnissen im mitteleuropäischen Raum entnimmt, für die Methode der auf die Geschichte Mitteleuropas gerichteten Forschungen von großer Bedeutung. -- Im Zusammenhang mit der Arbeit von Stavenhagen ist die im Erscheinen begriffene Arbeit von Dopkewitsch < 47> zu nennen, die am Beispiel des lettischen Volkes die Entwicklung eines Volkes im ethnographischen Sinne zum Volk im Sinne der Nation schildert. --

1 Engel, Carl: Führer durch die vorgeschichtliche Sammlung des Dommuseums. Riga, E. Bruhns, 1933. 78 S., 18 Tafeln u. 6 Karten. Dommuseum d. Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde zu Riga. II. Rez.: C. R. in: Balt. Mntsh. 1933, H. 12, S. 718; E. Wahle in: Deutsche Literaturzeitung 1935, H. 33, S. 1435--1439 (bezieht sich auch auf Nr. 2).



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2 Arbusow, Leonid: Frühgeschichte Lettlands. -- Riga, E. Bruhns, 1933, 64 S., 1 Karte. Dommuseum d. Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde zu Riga. III. P. Johannsen in: Balt. Mntsh. 1933, H. 12, S. 709--713; dazu: L. Arbusow, das. S. 714--717.

3 Arbusow, Leonid: IV. Römischer Arbeitsbericht. Acta Univ. Latviensis. Filologijas un Filosofijas fak. ser. II. 4, Riga, 1933. S. 279--398.

4 Akten und Rezesse der Livländischen Ständetage. 1. Bd. (1304--1459), 7. Lfg. (1458--1459), nebst Nachträgen (1316--1453). Bearb. v. Leonid Arbusow jun.; 2. Bd. (1460--1494), 1. Lfg. (1460--1467). Bearb. v. Albert Bauer. Hrsg. v. d. Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde zu Riga. Gedr. auf Kosten d. Lettld. Kulturfonds. -- Riga, E. Bruhns, 1933, 1934. S. 731--786, S. 1--56.

5 Johansen, Paul: Die Estlandliste des Liber Census Daniae. -- Kopenhagen u. Reval, F. Wassermann, 1933. VIII, 1012 S., mit vollständ. Facsimile, 2 Abb., 2 Siegeltaf. u. 10 Karten. Rez.: O. Greiffenhagen in: Z. osteurop. Gesch. 1934, Bd. 8, S. 529--536 u. d. T.: Hochmittelalter an der nördlichen Ostsee. G. Wentz in: Hist. Z. 1934, Bd. 149, S. 335--339.

6 Bauer, Albert: Die Wartgutsteuerliste der Komturei Goldingen. In: Mitt. livl. Gesch. 1933, 25. Bd. 1. H., S. 109--194, 1 Tafel.

7 Dopkewitsch, Helene: Die Burgsuchungen in Kurland und Livland vom 13.--16. Jh. In: Mitt. livl. Gesch. 1933, 25. Bd. 1. H., S. 1--108. 1 Karte. Diss. Göttingen.

8 Scheibe, Eva: Siedelungsgeographie der Inseln Ösel und Moon. Schriften der Deutschen Akademie, H. 17. -- München, E. Reinhardt, 1934. 150 S. 6 Karten, 31 Textfiguren.

9 Busch, Nicolaus: Geschichte und Verfassung des Bistums Ösel bis zur Mitte des XIV. Jh.'s. Nachgelassene Schriften von Dr. phil. h. c. Nicolaus Busch, Stadtbibliothekar zu Riga. II. Im Auftrage und auf Kosten der Stadt Riga hrsg. v. Leonid Arbusow. -- Riga, W. F. Häcker, 1934. 108 S.

10 v. Ramm-Helmsing, Herta: Über Wl. Semkowiczs Untersuchung der Beziehungen Rigas zu Wilna und zur polnisch-litauischen Union d. 14. Jh.'s. In: SBer. Riga, 1934. S. 50-59. (Referat e. Aufsatzes in poln. Sprache: »Hanul, Statthalter von Wilna (1382--1387) u. sein Geschlecht.« in: Wilnaer Athenaeum Jg. VII, H. 1--4. 1930.)

11 Senning, Alex.: Beiträge zur Heeresverfassung und Kriegsführung Alt-Livlands zur Zeit seines Unterganges. -- Jena 1932. 170 S. Diss. Jena.

12 Bosse, Heinrich: Der livländische Bauer am Ausgang der Ordenszeit (bis 1561). In: Mitt. livl. Gesch. 1933. 24. Bd. 4. H. S. VIII, 281--511.

13 Wihksninsch, N.: Die Aufklärung und die Agrarfrage in Livland. Bd. 1. Die ältere Generation der Vertreter der Aufklärung in Livland. -- Riga, Walters u. Rapa, 1933. 312 S. Diss. Berlin. Rez.: Bosse in: Balt. Mntsh. 1934. S. 59--61.

14 Schaudinn, Heinrich: Bildungsarbeit am lettischen Volkstum im 18. Jh. In: SBer. Riga, 1934. S. 46--49. Darstellung eines Arbeitsplanes zu dem genannten Thema.

15 Švābe, Arveds: Die älteste schwedische Landrevision Livlands (1601). In: Acta Univ. Latviensis. Tautsaimniecības un Tiesību zin. fak. ser. II. 3. Riga, 1933. S. 337--596.

16 Leesment, Leo: Saaremaa halduskonna finantsid 1618/19. aastal. Deutsches Referat: Die Finanzen der Provinz Ösel im Jahre 1618/19. In: Acta et Comment. Univ. Tartuensis (Dorpatensis). B. Humaniora 1933. XXIX, S. 1 bis 66 (1--61, 62--66).

17 Liljedahl, Ragnar: Svensk Förvaltning i Livland 1617--1634. -- Uppsala, Almqvist & Wiksell, 1933. Akademisk avhandling. XXIV, 557 S.

18 Jensch, Georg: Das Postwesen in Livland zur Schwedenzeit. In: SBer. Riga, 1934. S. 1--9.



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19 Liiv, Otto: Städte und Landvolk Estlands während der Krisenmonate der großen Hungersnot 1695--1697. In: SBer. Riga, 1934. S. 21--37.

20 Aschkewitz, Max: Die Wirksamkeit Hermann Karl von Keyserlings bei der Erhebung Ernst Johann Birons zum Herzog von Kurland. In: SBer. d. Altertumforschenden Ges. zu Pernau, 1934. Bd. 10, H. 1. 104 S.

21 Spliet, Herbert: Geschichte des rigischen Neuen Hauses, des später sogenannten König Artus Hofes, des heutigen Schwarzhäupterhauses. -- Riga, Ernst Plates, 1934. XXII, 384 S., mit Abb.

22 Taube, Ella: Das sog. »Undeutsche Maureramt« in Riga bis 1731. In: SBer. Riga, 1934. S. 38--46.

23 Seuberlich, Erich: Bürger und Einwohner der Stadt Windau in Kurland. Teil I. -- Leipzig, Degner & Co., 1933. VIII, 150 S. Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde zu Riga, Schriften d. Abt.: Familienkunde. Bd. 1.

24 Das Revaler Bürgerbuch 1624--1690 nebst Fortsetzung bis 1710. Hrsg. v. G. Adelheim. Publ. aus d. Revaler Stadtarchiv. Nr. 7. -- Reval, 1933. XIII, 190 S., 1 Karte.

25 Das Revaler Bürgerbuch 1710--1786. Hrsg. v. G. Adelheim. Beiträge zur Kunde Estlds. XIX. Bd. -- Reval, 1934. XIV, 192 S., 1 Karte.

26 Erbe, Roland: Das Ende der Revaler Ratslinie nebst Geschichte der Auflösung des Revalschen Rats. -- Reval, Tallinna Eesti Kirjastus-Ühisuse Trükikoda, 1935. 71 S., 1 Bildtafel.

27 Greiffenhagen, Otto: Aus den Briefen Oskar v. Riesemanns. In: Balt. Monatshefte 1933, H. 9. S. 522--529.

28 v. Wedel, Hasso: Die Estländische Ritterschaft vornehmlich zwischen 1710 und 1783. Das erste Jh. russischer Herrschaft. -- Königsberg, Pr., u. Berlin, Osteuropa-Verl., 1935 (1934). VIII, 181 S.

29 Grass, Wilhelm: Die Verfolgung der evangelisch-lutherischen Kirche in den Ostseeprovinzen von seiten der Russen. Hrsg. v. d. Synode d. deutschen Diözese »Kurland«. -- Libau, gedr. v. G. D. Meyer, 1934. 40 S.

30 Hollander, Bernhard: Der Kampf gegen die deutschen Schulen in Livland während des 19. Jh.'s. In: Der Auslanddeutsche, 1933. Jg. XVI, Nr. 5 u. 6. S. 117--120 u. 144--146.

31 Wittram, Reinhard: Meinungskämpfe im baltischen Deutschtum während der Reformepoche des 19. Jh.'s. Festschrift d. Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde zu Riga zu ihrer Hundertjahrfeier am 6. Dez. 1934. -- Riga, E. Bruhns, 1934. IX, 150 S. Rez.: H. B. in: Balt. Mntsh. 1934, H. 11/12, S. 625--626.

32 v. Engelhardt, Roderich: Die Deutsche Universität Dorpat in ihrer geistesgeschichtlichen Bedeutung. -- Reval, F. Kluge, 1933. VIII, 570 S., 25 Bildtafeln. Rez.: H. Rothfels in: Hist. Z. Bd. 148, S. 365--368; H. Hauser in: Rev. hist. T. 173, S. 613; R. Wittram in: Balt. Mntsh. 1933, Nr. 7/8, S. 482--484.

33 Greiffenhagen, Otto: Zur Geschichte des Revaler Stadtarchivs. In: Fünfzig Jahre wissensch. Arbeit im Revaler Stadtarchiv. Reval, 1933. S.39--58.

34 Hollander, Bernhard: Die Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga 1834--1934. In: Zur Jahrhundertfeier d. Ges. f. Gesch. u. A. zu Riga, Sonderdr. d. Balt. Mntsh. 1934. S. 1--13.

35 Loeffler, Heinz: Das Dommuseum zu Riga. In: Zur Jahrhundertfeier d. Ges. f. Gesch. u. A. zu Riga. Sonderdr. d. Balt. Mntsh. 1934. S. 13--24, 6 Abb.

36 v. Ulrichen, Burchard: Das Baltische Baudenkmäler-Archiv. In: Zur Jahrhundertfeier d. Ges. f. Gesch. u. A. zu Riga. Sonderdr. d. Balt. Mntsh. 1934. S. 24--28.



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37 Bauer, Albert: Die Bibliothek der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga. In: Zur Jahrhundertfeier d. Ges .f. Gesch. u. A. zu Riga. Sonderdr. d. Balt. Mntsh. 1934. S. 28--32.

38 Hollander, Bernhard: Erinnerungen an die Blütezeit der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga 1883--1902. In: Jahrbuch d. balt. Deutschtums. 1934. S. 70--75, Abb.

39 Stadtbibliothekar Nicolaus Busch Dr. phil. h. c. † 13. Oktober 1933 zum Gedächtnis. In: Mitt. livl. Gesch. 1934. 25. Bd., 2. H. S. 195--240, 1 Bildnis.

40 Arbusow, Leonid: Verzeichnis von Dr. Nicolaus Buschs Schriften, Vorträgen und Mitteilungen aus den Jahren 1889--1933. Nachgelassene Schriften von Dr. phil. h. c. Nicolaus Busch, Stadtbibliothekar zu Riga. I. XX S.

41 Gotthard, H.: Tätigkeitsbericht der Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst (1915--1933). In: SBer. d. Kurländ. Ges. f. Literatur u. Kunst. Mitau 1934. I--XVI.

42 Raphael, Werner: Die Herzogsgruft im Schloß zu Mitau. Bearbeitet und ergänzt nach den Aufzeichnungen von Dr. med. Alexander Raphael †. In: SBer. d. Kurländ. Ges. f. Literatur u. Kunst. Mitau 1934. 104 S., Abb., Zeichn. u. Pläne.

43 Campe, Paul: Die Hausteinportale des 17. u. 18. Jh.'s in Riga und die damaligen rigaschen Bildhauer und Steinmetzen. In: SBer. Riga, 1934. S. 10--17.

44 Campe, Paul: Professor Ludwig Bohnstedt und seine Rigaer Bauten. Sonderabdruck aus der »Rigaschen Rundschau«, Nr. 138 u. 157. 1933. 11 S., 1 Bildnis.

45 Tunzelmann v. Adlerflug, Helene: Die alte einheimische Kachelkunst u. die Ofenkacheln im Rigaer Dommuseum. -- Riga, E. Plates, 1933. 48 S., 15 Abb.

46 Stavenhagen, Kurt: Das Wesen der Nation. -- Berlin, H. R. Engelmann, 1934. XII, 223 S.

47 Dopkewitsch, Helene: Die Entwicklung des lettländischen Staatsgedankens bis 1918. Erscheint demnächst im Verlage v. H. R. Engelmann, Berlin.


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