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"Opus postumum", Berlin, SBB-PK, Ms. germ. fol. 1702, Conv. IX, S. 5

01a
1 Erstes Hauptstück
2 
3 Quantität der
4 Materie



5 
6 Ein Qvantum der Materie ist Menge
7 -*2 Die Qvanti-
8 tät
der Materie ist die Bestim̅ung dieser Menge als eines gleichar-
9 tigen Gantzen. - Ein jeder Theil der Materie ist ein Qvantum
10 Materie besteht nicht aus metaphysisch-einfachen Theilen und der Ausdruck
11 des de la Place von materiellen Puncten (welche Theile der Materie
12 angesehen werden sollten) buchstäblich verstanden würde einen Wieder-
13 spruch enthalten und soll nur eine Stelle aus welcher ein Theil der Materie
14 Andern außer ihr abstößt oder anzieht bedeuten wobey die
15 Bemerkung (in den metaph. Anfangsgr. d. N. W.) eintritt daß wen̅ die bewe-
16 gende Kraft der Materie blos Abstoßung wäre Materie sich
17 auflösend ins nendliche verbreiten mithin der Raum leer seyn würde
18 wäre sie aber blos Anziehung sie alle in einen Punct zusam̅enfließen
19 der Raum also auch leer seyn würde daß also ein jedes
20 Qvantum von Materie nur durch den Conflict der Anziehung und Ab-
21 stoßung der Raum erfüllen kön̅e welche Wirkung und
22 Gegenwirkung schon im Begriff von einer räumlichen Materie
23 enthalten ihre Möglichkeit aber schlechterdings durch keine Erklärung
24 begreiflich gemacht werden kan̅

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25 § 2.
26 Die Qvantität der Materie kan̅ nicht durch den Raumesinhalt derselben
27 (volumen) bestim̅t werden den̅ dazu würde erforderlich seyn alle Materie
28 für gleich dichte anzunehmen; wozu aber kein Grund ist. - Man wird fragen
29 wie viel Raum sondern auch in welchem Grade er erfüllet sey; aber auch
30 alsdan̅ würde kein bestim̅ter Begriff von seiner Qvantität herausgebracht
31 werden weil im̅er dabey die Gleichartigkeit der Materien z. B. der Luft en
32 doppeltes Qvantum in dem Stiefel einer Luftpumpe durch Zusam̅endrükung
33  wäre zum Grunde gelegt werden müßte und der Messung
34 unterworfenes Qvantum nicht das der Materie als einer solchen überhaupt
35 sondern einer besonderen Art derselben seyn würde. Nun ist aber von
36 dem Maas der Qvantität der Materie überhaupt die Rede.
37 Da nun die Qvantität der Materie nicht durch Zählung der Menge
38 der Größen messen werden kan so wird sie wen̅ überall eine richtige
39 Schätzung jener ihrer Qvantität ausgedacht werden soll sie dynamisch d. i.