Immanuel Kant, Physische Geographie

  1. Kant hat das Kolleg über Physische Geographie vom Beginn seiner Privatdozentur (1755) bis zum Ende seiner Vorlesungstätigkeit im Sommer 1796 ständig nach 'eigenen dictatis' und nicht am Leitfaden eines gedruckt vorliegenden Lehrbuches gehalten.
  2. Auf der Grundlage verschiedener Manuskripte hat ein Schüler von Kant im Jahr 1802 eine zweibändige Ausgabe in Königsberg erscheinen lassen; sie trägt den Titel: "Immanuel Kant´s / physische Geographie. / Auf / Verlangen des Verfassers, / aus seiner Handschrift herausgegeben / und zum Theil bearbeitet / von / D. Friedrich Theodor Rink" - Die von Rink benutzten Manuskripte sind seither verschollen, d. h. allem Vermuten nach untergegangen.
  3. Frühere Untersuchungen von Erich Adickes (1866-1928) haben ergeben,
  4. Neuere Untersuchungen von Werner Stark haben zu verschiedenen Präsizierungen und neuen Einsichten geführt. Die vielleicht wichtigste läuft darauf hinaus, den 'Diktat-Text' primär als 'Exzerpt-Text' zu lesen, der die Vorlesung allenfalls ganz zu Beginn strukturiert hat. Die Überlieferungslage zwingt nicht zu der Annahme, dieses Konzept oder gar den Text als ganzen für die tatsächlich gehaltenen Vorlesungen in Anspruch zu nehmen; die Detailrecherche bezeugt eher das Gegenteil.
  5. Die anstehende Edition wird ein mehrstufiges Verfahren zeigen; eine elektronische Dokumentation sämtlicher überlieferten Texte (einschließlich der exzerpierten literarischen Quellen) und eine gedruckte Ausgabe mit:

Die Darstellung der XML-Struktur für die Physische Geographie wird demnächst an dieser Stelle präsentiert.